Woher kommen die Bücher?

Mein Name ist Sandra Oelschläger und ich freue mich, Sie auf dieser Webseite begrüßen zu dürfen.
Meine Wenigkeit steckt hinter dieser ganzen „Geschichte“.

Angefangen hat alles vor vielen, vielen Jahren. Ich entrümpelte den Dachboden meiner Großmutter und stieß dabei auf ein uraltes, vergilbtes Buch: Wolfsblut.
Ich denke, „Wolfsblut“ sollte beinahe jedem ein Begriff sein?
Ich kannte nur die Fernsehserie dazu und so begann ich, neugierig hineinzulesen. Das Buch fesselte mich und ich konnte es nicht mehr Beiseite legen. Bis … ja, bis plötzlich einige Seiten fehlten.
Traurig und enttäuschte legte ich das Buch zur Seite und habe nur noch mit Argwohn daran gedacht.

Jahre später gründete ich einen kleinen Verlag. Den Axiomy Verlag. Das Ziel war hier, neuen Autoren eine Chance zu geben. Um Autoren auf meinen Verlag aufmerksam zu machen, entschied ich mich, eine Ausschreibung für Gedichte zu starten.
Doch das Buch sollte nicht nur eine bloße Aneinanderreihung von Gedichten werden, sondern etwas Besonderes. So nahm ich in diese Anthologie auch klassische Gedichte auf. Denn wer möchte nicht gern mit Goethe, Eichendorff oder Heine in einem Atemzug genannt werden?

Das Konzept ging auf und viele Einsendungen ereilten mich.

So fängt es an ...
So fängt es an …

Doch schon bald wurden die ersten Stimmen laut: Warum nicht eine Anthologie nur von Klassikern? Warum habe ich keine „Weltliteratur“ im Programm? Warum nur neuen Autoren eine Chance geben? Haben es die Damaligen nicht verdient?

Lange habe ich darüber nachgedacht. Und dann kam mir „Wolfsblut“ in Erinnerung.
Warum nicht? Warum nicht den Kampf gegen das Vergessen beginnen? Warum nicht alte Klassiker neu aufleben lassen?

Monate lang arbeitete ich mich in das Thema ein. Sollte ich nun ganze Bücher von Hand abtippen? Oder via Sprachprogramm einlesen? All das nahm eine Menge Zeit in Anspruch. Doch dann wurde ich von einem lieben Freund und Kollegen (der hier leider namentlich nicht genannt werden möchte – aber ich weiß, dass du es liest. Also dennoch Danke! an dieser Stelle) darauf hingewiesen, dass es doch „einfacher“ geht.

Ja, und seine Methode setze ich nun um.
Wie diese genau funktioniert?

Das "Schlachten" beginnt
Das „Schlachten“ beginnt

Es mag ein wenig barbarisch klingen, doch die Bücher „überleben“ diese Prozedur leider nicht.

Der ganze Weg beginnt eigentlich bei meinen Lieferanten, Buchparadies24. Er sitzt ebenfalls in Sachsen. Sogar fast in meiner Nähe – nämlich in Dresden. Ein Versandantiquariat, dass mich mit alten, ausrangierten Büchern beglückt. Entweder, weil der Zustand zu schlecht für einen Weiterverkauf ist, weil das Buch keinen Wert hat oder einfach aus Platzmangel. So erhalte ich kistenweise alte Bücher.
Diese gilt es, durchzuschauen. Ist das jeweilige Buch gemeinfrei? Das bedeutet, dass der Autor und der Übersetzer vor mindestens 70 Jahren verstorben sein müssen.
Ist das Buch vollständig oder fehlen Seiten?
Wenn dies – zu meiner Zufriedenheit – abgeklärt ist, kann es los gehen.

Unser Lager in Dresden (Foto (C) Andreas Thiele)
Unser Lager in Dresden
(Foto (C) Andreas Thiele)

Sorgfältig werden die Blätter aus dem Buch entnommen. Um glatte Kanten zu erzielen, benutze ich hierfür ein einfaches Cuttermesser und ein Lineal. (Autsch!)

Ist das Buch ausgenommen, kommt bereits an dieser Stelle die moderne Technik zum Einsatz.

Ich benutze einen Einzug-Scanner. Dieser kann stapelweise Dokumente scannen. Beidseitig. Für mich ideal.
All diese einzelnen Seiten werden zusammen in einem PDF abgespeichert.
Dann geht es ans Eingemachte. Denn gerade Frakturschrift ist heute nicht mehr von jedem lesbar.  Und die Blätter einfach in ein neues Buch packen? Fehlanzeige. Das würde zwar theoretisch gehen, doch würde man dann doch nur Fotokopien erhalten. Und gerade bei eBooks würde die Datengröße ins Unermessliche steigen.
Mit Hilfe einer sogenannten OCR- Software werden die einzelnen Seiten ausgelesen. Die OCR-Software erkennt den Text auf den Scanns.
Im Anschluss daran wird der Text auf Fehlstellen kontrolliert.
Ist alles zu meiner Zufriedenheit, geht es daran, diesen Text in Form zu bringen.
Mit einem Layoutprogramm werden diese „gesetzt“ und für die Druckerei fertig gemacht. Auch das eBook wird in diesem Atemzug mit erstellt. Alles von Handarbeit, wenn man so will.

Unser alter Freund und Helfer - Der Einzugscanner Fujitsu fi – 4120C
Unser alter Freund und Helfer – Der Einzugscanner Fujitsu fi – 4120C

Ich verzichte ganz bewusst darauf, die Texte in eine neue Rechtschreibung zu übertragen. Ich möchte das Altertümliche bewahren, die Echtheit dieser Werke erhalten. Auch kann es sein, dass Sie in den Büchern sogenannte „Schusterjungen“ und „Hurenkinder“ finden. Warum? Es wäre leicht, diese mit dem Layoutprogramm zu entfernen. Richtig. Doch sehen Sie sich einmal genau die alten Werke an. Was können Sie darin erkennen? Dass damals auf eben jene „Schönheitsfehler“ gepfiffen wurde.
Die Bücher sollen authentisch bleiben. Auch wenn vieles inzwischen modernisiert wurde und die Cover auch moderneren Ansichten weichen mussten (ein Versuch zeigte, das schlichte Cover nur ungern gekauft werden).

Mich erreichte auch die Frage, ob ich denn die Bücher auch auf Lager hätte. Hierzu ein klares Nein.
Das lässt sich einfach begründen.
Die Erstellung der Bücher braucht Zeit. Viel Zeit. Manchmal sitze ich tagelang an einem Einzigen. Wenn ich mich nun noch zwischenzeitlich um Bestellungen, Rechnungen schreiben, Versand usw. kümmern müsste – wer erstellt dann die Bücher?
Ich freue mich, dass Sie bis hierher gelesen haben und bedanke mich dafür, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick in meine Welt erteilen konnte.
Ich hoffe, wir lesen uns wieder!

Ihre
Sandra Oelschläger